Pressemitteilung

Pandemiefolgen, Ukraine-Krieg und Inflation machen vor allem den Menschen in Armut das Leben noch schwerer

Fulda, Hanau, Kassel, Marburg (cif). Maßnahmen zur Armutsbekämpfung spielten für die Caritas in der Diözese Fulda seit Beginn der Corona-Pandemie nochmals verstärkt eine wesentliche Rolle. Viele Menschen waren durch das Verfahren zur Abwehr der Pandemie wirtschaftlich ins Trudeln geraten. Durch den Shutdown brachen zahlreiche Jobs - etwa in Gastronomie und im Verkauf - einfach weg. Freiberufler konnten ihre Dienstleistungen nicht mehr fortsetzen. In vielen gewerblichen Bereichen kam es zum Stillstand mit entsprechenden Konsequenzen für die Arbeitslage. Dazu kommen eine fortschreitende und durch den Ukraine-Krieg nochmals deutlich verstärkte Inflation und die stetig steigenden Lebenshaltungskosten - ob Heizkosten oder Lebensmittelpreise, alles ist seit in den letzten zwei Jahren spürbar teurer geworden. 

Eine Frau hält sich ein Beutel mit Obst in AugenhöheDie Preise im Supermarkt steigen für alle. Aber immer mehr gehören auch zur Gruppe derjenigen, die sich die Äpfel nicht mehr leisten können…Maria Sbytova, shutterstock

Aus den Beratungsstellen der Caritas im Bistum Fulda, die allesamt Allgemeine Sozialberatung als Erstberatung für Menschen in schwierigen Lebenslagen anbieten, wird insgesamt einhellig vermeldet, dass sich die Grundsituation der Menschen, die zu den Beratungen kommen, in den vergangenen beiden Jahren allgemein verschärft hat. So vermeldet die Caritas-Beratung im Main-Kinzig-Kreis, dass eine spürbare Verunsicherung der Menschen zu verzeichnen sei. Arbeitsaufnahmen und rasch wieder erfolgende Kündigungen, der damit einhergehende ständige Wechsel zwischen Arbeitslosengeld I- und Hartz IV-Bezug setze den Menschen zu und führe oftmals zu finanziellen Engpässen durch zeitweise unzureichende finanzielle Versorgung. In Bezug auf die derzeitigen Energiepreise rechne man mit einer Flut von Hilfeanträgen, wie aus der Marburger Beratungsstelle vermeldet wird. Mittlerweile gäbe es bei vielen Betroffenen allein schon Probleme, beispielsweise ihre nicht verschreibungspflichtigen Medikamente noch zu bezahlen. Viele Menschen in der Beratung, so die Auskunft aus Fulda, seien zudem auch auf Lebensmittelkauf in der Tafel angewiesen.      

Mehr Beratungsbedarf und verstärkt auch Hilfe im psychosozialen Bereich kennzeichnen also die Situation in der Allgemeinen Sozialberatung der Caritas im Bistum Fulda. "Die Allgemeine Sozialberatung ist unser Angebot für alle Menschen, die Hilfe benötigen. Wir erleben jetzt jedoch immer mehr Menschen, die auf Grund der außergewöhnlichen Weltlage - erst durch die Corona-Pandemie und jetzt durch die Wirtschaftskrise im Zusammenhang mit dem Krieg in Osteuropa - durch die gängigen Raster zur Hilfe einfach hindurchfallen. Nach unserem Ermessen muss daher unbedingt geprüft werden, wie man den verstärkten Armutstendenzen nachhaltig entgegenwirken kann, wie man die gebotene Hilfe anpasst. Nur so kann die Allgemeine Sozialberatung ein effizientes Instrument bleiben, um Notlagen nicht nur aufzudecken, sondern auch gleich - im Zusammenarbeit mit den Ämtern und zuständigen Stellen - Abhilfe zu schaffen.", so der Fuldaer Diözesan-Caritasdirektor Dr. Markus Juch.