Pressemitteilung

Liga-Fachtag „Wohnraum für Geflüchtete“ war ein großer Erfolg

Hofheim (Taunus), Fulda (cif). Um das Recht jedes Menschen auf menschenwürdiges Wohnen zu unterstreichen und in dem Zusammenhang auf die besonderen Schwierigkeiten geflüchteter Menschen beim Übergang von der Gemeinschaftsunterkunft hin zum privaten Wohnraum hinzuweisen und Lösungsansätze aus der Praxis zu begutachten, fand kürzlich im Landratsamt des Main-Taunus-Kreises in Hofheim ein gut besuchter Fachtag statt. Das Fachpublikum bestand insbesondere aus Vertretungen der Landkreise und den Verbänden der Liga Hessen. Auch die Caritas aus dem Bistum Fulda war beteiligt.

Unser Caritasdirektor Markus Juch spricht in ein Mikro über einem RednerpultCaritasdirektor Juch bei seiner AnspracheLiga Hessen

Nach einigen Grußworten, unter anderem von Prof. Dr. Jan Hilligardt, dem geschäftsführenden Direktor des Hessischen Landkreistags, sowie vom Fuldaer Diözesan-Caritasdirektor Dr. Markus Juch, der in seiner Eigenschaft als Liga-Vorstandsmitglied sprach, erfolgte eine fundierte Einführung in das Thema. Dr. Kerstin Tanis von der Forschungsgruppe des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge in Nürnberg (BAMF) verdeutlichte am Beispiel anerkannter Geflüchteter, dass diese trotz ihres Status‘ auch nach Jahren noch in Gemeinschaftsunterkünften leben müssten, weil geeigneter Anschlusswohnraum fehlt. "Nach zwei Jahren leben noch 30 Prozent dieser Personen in den Unterkünften", so die Expertin Tanis. Zu einem ähnlichen Ergebnis kam im Übrigen auch eine von der Liga Hessen in Auftrag gegebene Studie zur Wohnraumsituation benachteiligter Gruppen aus dem Jahre 2021, worauf Markus Juch in seinem Grußwort Bezug nahm.

Nach dem fachlichen Input hieß es "Bühne frei" für die Vorstellung von vier Best-Practice-Beispielen aus Hessen und dem benachbarten Nordrhein-Westfalen. Die Vortragenden Konstantin Dodoras (Auszugsmanagement Köln), Silke Becker (Stiftung Perspektive Wohnen Bad Homburg), Doreen Petri (Neue Wohnraumhilfe gGmbH Darmstadt) und Veronika Czech (Siedlungsgemeinschaft "Zu Hause in Harheim", Frankfurt) machten jeweils deutlich, dass gezielte Unterstützungsangebote für Menschen mit besonderen sozialen Schwierigkeiten vor dem Hintergrund fehlenden bezahlbaren und geeigneten Wohnraums oft dringend erforderlich und unverzichtbar sind. Die Schwerpunkte der vorgestellten Projekte umfassten zum Beispiel  eine enge Kooperation mit der Stadt Köln zur Vermittlung in vorgehaltenen städtischen Wohnraum (Auszugsmanagement Köln) oder die Bildung eines breiten Netzwerks im Rhein-Main-Gebiet zur Vermittlung in bezahlbare (auch private) Wohnungen (Stiftung Perspektive Wohnen). Weitere Lösungsansätze waren die Begleitung selbstbestimmten und gemeinschaftlich organisierten Wohnens (Siedlungsgemeinschaft "Zu Hause in Harheim") oder umfassende Beratungs- und Unterstützungsangebote. Auch das Modell, als Zwischenmieter zu fungieren, sowie der Bau zahlreicher eigener Wohnungen mit günstigen Mieten und hohen Öko-Standards (Neue Wohnraumhilfe gGmbH) wurde als Projekte zur Abhilfe vorgestellt. 

Die Teilnehmenden, allesamt beruflich mit der Problemstellung vertraut und von der Thematik berührt, waren sichtlich beeindruckt von den anschaulichen Beispielen und dem großen Engagement der jeweils Beteiligten bei gleichzeitig überzeugenden Ergebnissen. Im Laufe der Veranstaltung wurde klar, dass eine effektive Hilfe bei der Wohnraumvermittlung Geflüchteter letztendlich nur bei guter Vernetzung mit allen relevanten Akteuren wie Behörden, Wohnungsbaugesellschaften und weiteren Institutionen funktionieren kann.

Die präsentierten Projekte jedenfalls machten allen Teilnehmern am Fachtag Mut und gaben Zuversicht zum Weitermachen, denn sie führten zu der Erkenntnis, dass eine intensive und professionelle Unterstützung zur Erlangung geeigneten Wohnraums durchaus sehr erfolgreich sein kann.

Informationen zum Thema Wohnen:
Querschnitts-AG Wohnen der Liga der freien Wohlfahrtspflege Hessen c/o
Caritasverband für die Diözese Fulda
Ressort Soziale Dienste
holger.franz@caritas-fulda.de