Pressemitteilung

Jugendarbeit des St. Martin-Hauses im Waldtal weicht in virtuelle Räume aus

Marburg (rhä). Das St. Martin-Haus bietet Jugend- und Jugendsozialarbeit im Marburger Waldtal an. Wie die Schulen musste die Einrichtung für den Publikumsverkehr schließen. Doch die digitalen Räume bleiben geöffnet.

Der Alltag junger Menschen wurde durch die Corona-Pandemie grundlegend beeinflusst: Schulschließungen, keine Treffen mit Freunden, kein Fußballtraining oder Kino mehr. Die Jugendlichen im Waldtal, die ihre Zeit gerne im Jugendclub verbracht haben, an Angeboten wie der Mädchen- oder Kochgruppe teilnahmen oder gemeinsam Musik machten, suchten daher nach Alternativen.

Wir sehen ein Kunstwerk, welches eine Figut darstellen soll.Ein Bilderrätsel auf der Social-Media-Plattform Instagram zeigte eine Nahaufnahme der im Rahmen der Mädchengruppe gebastelten Nana-Figur.privat

Das St. Martin-Haus wird vom Caritasverband Marburg, der evangelischen Elisabethkirchengemeinde und der katholischen Gemeinde St. Peter und Paul getragen. Die Schließung stellt Jugendliche, ihre Familien und die Fachkräfte vor Herausforderungen, da das St. Martin-Haus von Begegnungen lebt. Dennoch bieten sich auch Chancen mit der Erschließung des digitalen Raums. Junge Menschen zwischen zwölf und 19 Jahren integrieren virtuelle Kommunikation stundenlang in ihren Alltag. In der offenen Jugendarbeit sehen sich Fachkräfte dauerhaft mit diesem Phänomen konfrontiert. Gearbeitet wird zu Themen wie Medienkompetenz, Datenschutz, Privatsphäre, Fake News und Cybermobbing.

Hausaufgabenbetreuung auf digitalem Wege ermöglicht
Nach dem Ausbruch von Covid-19 nutzt das Team des St. Martin-Hauses die sozialen Medien nun für eine neue, virtuelle Form der Jugendarbeit. Die pädagogischen Fachkräfte gestalten ein vielfältiges Angebot, um zu zeigen: »Wir sind weiterhin für Euch da. Auf uns könnt Ihr Euch auch in Krisenzeiten verlassen!«.

Die normalerweise täglich stattfindende Hausaufgabenbetreuung wird nun digital ermöglicht. Wenn Jugendliche Unterstützung brauchen, schicken sie ein Foto ihrer Aufgaben und erhalten eine Korrektur oder eine Erklärung. Die offenen Freizeitangebote werden durch Quizfragen, Live-Konzerte, gemeinsames Galgenmännchen- Knobeln oder Online-Bastelanleitungen digitalisiert. Besonders beliebt war das Bilderrätsel, bei dem Nahaufnahmen von gemeinsam gestalteten Projekten präsentiert wurden und Jugendliche erraten konnten, um welchen Gegenstand im Jugendzentrum es sich handelt. Die Gewinner konnten sich über Punkte auf ihrem Club-Konto freuen, welche sie gegen Getränke oder Snacks eintauschen können, sobald das Haus wieder geöffnet ist.

Die weiße Nana-Figur ist einer menschlischen Figur ähnlich. So sieht die komplette Nana-Figur aus.privat

Fachkräfte weiterhin für die Jugendlichen erreichbar
Das Musikstudio des Hauses ist bereits bestens ausgestattet, um eine wöchentliche Live-Übertragung für einen Hip-Hop-Workshop zu produzieren. Marc Nold, der unter dem Namen »Phasenkind« selbst HipHop-Musik produziert, findet über die gemeinsame Musikproduktion Zugänge zu den jungen Menschen und greift dabei wichtige gesellschaftliche Themen auf, die die Jugendlichen bewegen. So wurde zuletzt ein Song über die Geschehnisse von Hanau produziert. Momentan arbeitet Chantal Yancey, die den Kulturbereich des Hauses leitet, an einem Musikvideo, an dem sich die Jugendlichen von zu Hause aus beteiligen können. Die Fachkräfte sind somit weiterhin unkompliziert erreichbar und eine wichtige Anlaufstelle bei Fragen, Problemen und Anliegen der Jugendlichen im Waldtal. Die vielen Schulaufgaben, die alleine zu bewältigen sind, die Anspannung der Eltern und die Unsicherheiten führten zu erhöhtem Stress und Konfliktpotenzial in Familien. Deshalb eignen sich die Fachkräfte die nötigen Medienkompetenzen an, um weiterhin für die Jugendlichen im Waldtal da zu sein und zu zeigen, wie man Krisen konstruktiv nutzen könne.